Welcher Bodengrund für dein Aquarium? Warum Sand meist der bessere Aquarienboden ist!

Beim Bodengrund möchte man keinen Fehler machen, da ein nachträgliches Austauschen nur sehr schwer ist. Deshalb erklären wir dir wie du den idealen Boden für dein Aquarium findest. Warum wir denken, dass Sand in den meisten Fällen die beste Wahl ist erfährst du in diesem Artikel.

Bodengrund – Seine Aufgaben

Der Bodengrund ist ein wichtiger Teil des Aquarien-Ökosystems und nicht wegzudenken. Hier ein Überblick der wichtigsten Eigenschaften:

  1. Nötig für Pflanzen: Der Boden dient als Halt für unsere Aquarienpflanzen und kann als Nährstoffquelle für ein schnelleres Wachstum dienen
  2. Filterfunktion: Wenn das Wasser durch das Substrat strömt wird es gleichzeitig mechanisch gefiltert.
  3. Fischwohlbefinden: Manche Fische sind auf einen bestimmten Bodengrund angewiesen (z.B. Corydoras wühlen gerne im Sand)
  4. Bakterien: Für den Abbau schädlicher Stoffe im Aquarium sind bestimmte Bakterien notwendig. Diese befinden sich hauptsächlich im Filter. Ein gewisser Teil ist aber auch im Boden zu finden.

Im Handel wird dabei zwischen Sand und Kies unterschieden. Auf den Unterschied zwischen den beiden Sorten gehen wir unten noch näher ein.

Die Material-Wahl

Generell sollte beim Bodengrund darauf geachtet werden, dass er das Wasser nicht aufhärtet. Deshalb muss kalkfreier Sand eingesetzt werden. Das gilt nicht nur für den Bodengrund sondern auch für Steine als Beckeneinrichtung. Nichts ist ärgerlicher als das Aquarium fertig einzurichten und dann im nachhinein festzustellen, dass etwas im Wasser die Härte steigen lässt.

Wer auf Nummer sicher gehen will sollte deshalb im Handel erhältlichen Aquariensand oder -kies kaufen. Der ist nicht aufhärtend und staubt auch oft nicht so sehr.

Solltet ihr allerdings lieber zum billigeren Bodengrund aus dem Baumarkt greifen wollen, empfehlen wir den Kies oder Sand wie unten beschrieben auf dessen Kalkhaltigkeit zu testen. Speziell bei Sand aus dem Baumarkt muss darauf geachtet werden, dass er keine Zusatzstoffe wie Fungizide beinhaltet!

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst kannst du das Substrat auf Kalk testen. Träufelt man 20-prozentige Essigsäure oder Salzsäure auf kalkhaltiges Material fängt es an mit weiße Blasen zu blubbern. Einfacher Haushaltsessig ist leider nicht stark genug, um den Test durchzuführen. Für 20-prozentige Essigsäure oder Salzsäure schaut mal in euren Baumarkt. Dort ist es oft unter Putzmittel zu finden.

Welche Körnung ist die Richtige?

Bei Bodengrund wird je nach Körnung zwischen Sand und Kies unterschieden. Dabei gibt es keine festgelegte Abgrenzung aber allgemein wird ab einer Körnung von 1.5mm von Kies gesprochen. Alles was kleiner ist wird als Sand bezeichnet.

Aber wann sollte man Sand und wann Kies als Bodengrund für das Aquarium nehmen? Und warum soll Sand der bessere Bodengrund sein?

Sand (0.4-1.5mm)

  • Vorteil – Fischverhalten
    Für viele Bodenbewohner ist Sand bestens geeignet. Da Sand keine scharfen Kanten besitzt besteht auch keine Verletzungsgefahr für unsere Aquarienbewohner. Denn gerade Welse können sich sonst schnell Schnitt zuführen.
    Fische zu deren natürlichem Verhalten es zählt im Boden zu wühlen brauchen dringend Sand, da sie sich bei Kies sonst verletzen können. Speziell Panzerwelse danken es dem Halter wenn sie im Boden grundeln können. Dadurch werden die Kiemen mit Sand durchspült und fördern die Gesundheit.
    Auch Fische die sich im Boden eingraben benötigen Sand, um sie artgerecht zu halten.
  • Vorteil – keine Futterreste
    Ein weiterer Vorteil von Sandböden ist die dichte Packung. Dadurch können Futterreste nicht wie bei Kies in den Ritzen verschwinden und dort anfangen das Wasser zu verunreinigen.
  • Vorteil – Pflanzenhalt
    Manche Pflanzen ziehen Sandboden dem Kies vor. Das gilt speziell für Aquarienpflanzen deren Wurzeln nicht stark genug sind durch den Kies zu winden.

Kies (>1,5mm)

  • Vorteil – Futterreste
    Was bei Sand als Vorteil genannt wurde gilt auch hier als Vorteil -wenn auch aus anderen Gründen. Bei Kies setzen sich leicht Futterreste in den Spalten ab. Diese Futterreste dienen als Nährboden für Bakterien welche für das biologische Gleichgewicht notwendig sind.
  • Vorteil – leichtere Reinigung
    Kies lässt dich beim Absaugen leichter reinigen da er nicht so leicht eingesaugt wird wie Sand. Es gibt z.B. Saugglocken die Kies aufwirbeln und so reinigen. Da ein Kieskorn schwerer als Sand ist wird es nicht eingesaugt sondern fällt wieder auf den Boden zurück.

Warum also Sand der bessere Bodengrund ist, liegt unserer Meinung daran, dass auch später noch alle Optionen bei der Fischhaltung offen sind. Sollte man sich bei einem Kiesgrund später z.B. für Corydoras entscheiden hat man ungeeignete Aquarienbedingungen. Die restlichen Vor- und Nachteile wiegen sich etwa auf. Deshalb im Zweifel lieber zu Sand greifen.

Zu guter Letzt: Wie viel Bodengrund wir benötigt?

Damit Pflanzen im Bodengrund gut halt finden wird eine Bodenhöhe von ca 6cm empfohlen. Wenn es sich um ein hohes Aquarium handelt und große Pflanzen eingesetzt werden, dann sollte entsprechend auch die Bodenhöhe angepasst werden.

In unserem Volumen/Substrat-Rechner kannst du ganz einfach die Aquarienmaße eingeben und erfährst wie viel Bodengrund für dein Aquarium benötigt wird.

Fazit

Wir konnten dir bei der Suche nach dem idealen Bodengrund hoffentlich helfen und empfehlen dir falls du unsicher bist wegen seiner Vorteile Sand zu nehmen. Lass am Ende aber deinen Geschmack entscheiden.

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